nl12b - Kolping DV Speyer

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Tocantins/Brasilien bleibt weiter angespannt

Wie bei uns in Deutschland bestimmt auch in Brasilien die Corona-Pandemie bis heute das Leben der Menschen. Seit nunmehr fast zwei Jahren müssen die Kolpingsfamilien in Tocantins und die Bewohner der kleinen Siedlungen mit starken Einschränkungen leben. Dabei trifft die Pandemie im Norden von Tocantins, anders als in Deutschland, Menschen, die auch in „normalen“ Zeiten, bereits in ärmlichen Verhältnissen leben, keine geregelte Arbeit haben und oft mit weniger als 1,- € pro Tag auskommen müssen.

Nun haben sie auch diese geringen Einkommen verloren, müssen mit Ausgangsbeschränkungen zurechtkommen, können ihre Familien nicht ausreichend ernähren und leiden Not. Die Kolpingsfamilien in Tocantins haben sich in den zurückliegenden Monaten in christlicher Nächstenliebe um notleidende Familien gekümmert, Lebensmittelpakete verteilt und Dinge des täglichen Bedarfs auch in die weit verstreuten Gehöfte geliefert, um die Not zu lindern.

Der Diözesanverband des Kolpingwerkes Speyer konnte, Dank der großen Spendenbereitschaft von Kolpingsfamilien, dem Rotaryclub Kaiserslautern-Kurpfalz und privaten Spendern, die „Aktion Hilfspakete“ mit über 10.000,- € unterstützen. Allerdings brachte ein Spendenaufruf im August dieses Jahres nur wenig Ertrag, da sich unsere Kolpingsfamilien und privaten Spender in besonderer Weise für die Flutopfer an der Ahr engagierten und dort die Kräfte gebündelt wurden. Deshalb konnte jetzt mit dem Spendenaufkommen von knapp 1.000,-€ den Notleidenden in Brasilien nur wenig Hilfe geleistet werden. Dankbar sind wir aber für jede Spende, die direkt in Tocantins ankommt und Hilfe ermöglicht, denn bereits für 30,- € kann eine Familie ein Hilfspaket erhalten, das für einen Monat das Leben sichert.

Leider sind in den letzten Monaten wegen der andauernden Pandemie auch unsere Brüder und Schwestern aus den Kolpingsfamilien in Tocantins stärker betroffen. Manche haben ihre Arbeit verloren und können deshalb auch ihre Mitgliedsbeiträge nicht mehr bezahlen. Dadurch ist der laufende Unterhalt der Kolpinghäuser in Esperantina, Riachinho, Axixa und Palmas schwierig geworden. Darüber hinaus können bereits beantragte und geförderte Projekte nicht oder nur eingeschränkt durchgeführt werden. Beispielsweise musste das Projekt „Culinaria“ der Kolpingsfamilie Riachinho, bei dem junge Menschen eine Ausbildung in Kochen und Backen erhalten, abgebrochen und in das kommende Jahr verschoben werden.

Erfreulicherweise konnte aber das Projekt „Sanierung des Kolpinghauses“ in Esperantina abgeschlossen werden. Dieses Haus wurde 2008 durch die Kolpingsfamilie Hochspeyer finanziert und bei einem Arbeitseinsatz 2008 gemeinsam mit Kolpingern aus Hochspeyer, Bexbach und Weilerbach errichtet werden. Infolge der intensiven Nutzung besonders aber wegen des tropisch feuchten Klimas, das dem Dach und den Wänden zugesetzt hatte, war eine Sanierung erforderlich, um den Wert des Gebäudes zu erhalten. Unsere Freunde in Esperantina haben mit großem Einsatz die Wände innen und außen saniert und renoviert, die Dachziegel abgedeckt und gewaschen und den Dachstuhl frisch gestrichen. Das schöne Haus strahlt nun wieder in frischen Glanz. Dieses Projekt konnte mit Spendenmitteln der Partnerkolpingsfamilien Hochspeyer und Kaiserslautern sowie privaten Spenden mit rund 4.500€ unterstützt werden.

Eine besondere Wertschätzung verdient Anderson, unser brasilianischer Koordinator vor Ort. Trotz der Einschränkungen ist er unermüdlich im Einsatz, wenn es darum geht Kolpingsfamilien zu betreuen, zu beraten und zu unterstützen. Persönlich ist er engagiert bei der Verteilung der Hilfspakete, die manchmal mit dem Boot oder über schmale Pfade zu Fuß zu den Notleidenden gebracht werden müssen.

Besonderer Dank gebührt natürlich auch Allen, die durch ihre Spenden, ihr Mitdenken und Beten unsere Arbeit in Tocantins/Brasilien begleiten, ein Zeichen gelebter Nächstenliebe setzen und für eine gerechtere Welt eintreten.

Walter Rung, Leiter des Diözesanfachauschusses Eine Welt

P.S. Gerne könnt Ihr unsere Arbeit unterstützen durch eine Spende auf das Kolping Aktionskonto Brasilien:
IBAN   DE63 5405 0220 0000 0652 43

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