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Kolpingsfamilie Dahn unterstützt Familie nach Brandkatastrophe

Es müssen schlimme Szenen gewesen sein, die sich in der Nacht zum 6. November in Pirmasens abgespielt haben. Ein Wohnhaus stand im Vollbrand, Flammen schlugen aus den Fenstern. Ein elektrischer Defekt hatte das Feuer ausgelöst. Die achtköpfige Familie wurde von den Flammen im Schlaf überrascht. Die Eltern sowie vier der sechs Kinder konnten sich über ein Nachbargrundstück ins Freie retten. Die zwei älteren Mädchen, fünf und sieben Jahre alt, schafften es nicht mehr. Die Feuerwehr konnte die Mädchen zwar noch bergen, jedoch verstarb eines noch vor Ort, seine Schwester in der Homburger Uniklinik.

Die Kolpingsfamilie hatte am 6. November abends das Spendenkonto eingerichtet, weil sie bei dem schrecklichen Schicksal schnell und unbürokratisch helfen wollte. Die große Dimension und die damit verbundenen Herausforderungen des Spendenprojekts hatte man nicht erwartet, aber angenommen. Viele Absprachen mit Behörden und Unterstützungen aller Art wurden erforderlich, da die Familie in einem sozialen Brennpunkt lebt und im Leistungsbezug steht. Viele Vorurteile begegneten dabei. Viele Unterstützungen aller Art für die Familie leistete die Kolpingsfamilie, z. B. auch bei der Wohnungssuche. Die Familie ist sehr vernünftig, benötigt jedoch Hilfestellungen und ist dafür sehr dankbar.

Bis zum 19.1.2020 (Abschluss der Spendenaktion) sind auf dem Konto 47.363,54 Euro eingegangen. Darüber hinaus gingen vier Garagen von Sachspenden ein, die die Kolpingsfamilie teilweise annahm und teilweise vermittelte. Eine ganze Region zeigte Anteilnahme, Herz, Menschlichkeit und Unterstützung, was die Familie sehr begeisterte und berührte. Zwar kann dies den Verlust der Kinder nicht linden, aber es ermöglicht eine gute Zukunftsgestaltung. Einige Kolpingsfamilien, Sozialaktionen und Kolpingmitglieder haben auch gespendet.

Die neue Wohnung wurde inzwischen mithilfe des Spendengeldes eingerichtet. Verschiedenes steht jedoch noch an. Auch darüber hinaus hat die Familie wieder alles, was benötigt wird. (Die Ansprüche gegenüber dem Vermieter des Brandhauses befinden sich in Prüfung, das gestaltet sich leider als sehr schwierig und belastend). Mit dem Spendengeld ist auch die Gestaltung eines Grabes mit Grabstein als würdevoller Gedenkort für die Kinder geplant. Wenn dies alles erfolgt ist, stehen voraussichtlich noch rund 10.000 Euro an Spendengeld zur Verfügung. Die Kolpingsfamilie übergab anfangs Geld in bar, später per Überweisung, immer in Abhängigkeit der Schritte des Neuanfangs. Im Dezember wurde ein spezielles Konto eingerichtet, bei dem die Familie mit Budgetgrenzen einen Teil des Geldes selbst verwalten kann.  Ziel der Kolpingsfamilie ist es, dass die Familie durch das Spendengeld, im Sinne der Spender und gemäß ihrer Satzung, wieder so gestellt wird, wie sie es vor dem Brand war. Wenn dies der Fall ist, wird die Zuständigkeit der Kolpingsfamilie für das Spendengeld enden. Dann wird das verbleibende Spendengeld komplett an die Familie übergeben. Die Familie hat bereits angekündigt, dass sie dieses Geld, ebenso im Sinne der Spender, für noch fehlende Ausrüstungsgegenstände und in die Ausbildung der Kinder investieren wird.  Die Familie wird sich dabei weiterhin von der Kolpingsfamilie beraten lassen. Inzwischen wurde eine spezielle psychologische Familienberatung angestoßen.

Die Familie hat sich bei allen Spendern via Dankschreiben der Kolpingsfamilie bzw. per Pressemitteilung der Kolpingsfamilie bedankt. Das Mädchen, das in Homburg starb und schon früh und eindeutig als hirntot galt, hat durch Organspenden sechs Mädchen das Leben gerettet. Rund 600 Einzelspenden im Wert von 30 Cent bis zu 2.500 Euro gingen ein. Jeder gespendete Cent kommt bei der Familie an. Denn alle Verwaltungskosten, wie z. B. Zusendung von Spendenquittungen, tätigte die Kolpingsfamilie nicht vom Spendengeld, sondern vom Geschäftskonto. Die räumlich gesehen entfernteste Spende kam aus Magdeburg. Die meisten Spenden kamen aus dem Stadtgebiet von Pirmasens. Viele aber auch aus dem Landkreis Südwestpfalz. Spender aus den Nachbarlandkreisen und aus Städten in ganz Rheinland-Pfalz waren auch dabei. Großzügige Erlöse aus Bastelaktionen gingen auch ein.

Für die Kolpingsfamilie war es im Sinne ihres Verbandsgründers auch besonders wichtig, nicht nur das Spendengeld zu verwalten, sondern die Familie ganzheitlich in allen nach dem Brand erforderlichen Bereichen zu unterstützen.
 
Die Kolpingsfamilie Dahn hat es sich seit Jahren zur Aufgabe gemacht, Menschen in schwierigen Lebenslagen menschlich, materiell und finanziell zu unterstützen. Die Kolpingsfamilie folgt damit dem Beispiel ihres Verbandsgründers, des seligen Adolph Kolping, der in der Zeit der Industrialisierung Handwerksgesellen in Kolpinghäusern Heimat, Orientierung, Lebenshilfen, Bildung und neue Perspektiven schenkte. Die Kolpingsfamilie Dahn konnte dabei schon einiges erreichen, aber noch nie zuvor war man bei den Aktionen so nah am Wirken des Verbandsgründers wie beim aktuellen Spendenprojekt.
  
 
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