Otterberg19 - Kolping DV Speyer

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„Maria – Kelch des Heiligen Geistes“
Pfarrer Martin Olf: „Wie ein Kelch den Geist empfangen und weitergeben“ – Internati-onale Maiandacht des Kolpingwerkes in Otterberg

Kaiserslautern / Otterberg (17.05.2019 / ko-tb). – „Ein Kelch ist offen, er soll und will gefüllt werden. Im Offen-sein ist beides enthalten: Ich bin bereit, alles zu empfangen und ich bin bereit, alles hinzugeben“, sagte Pfarrer Martin Olf (Kaiserslautern) in seiner Predigt in der Zisterzienserabteikirche zu Otterberg. „Ein Kelch aber, der seinen Inhalt nicht wieder herge-ben will, verfehlt seine Bestimmung. Der Inhalt würde nur verderben und schal werden. Ein Kelch ist dafür gemacht, dass ich aus ihm trinke. Und bis dahin den Inhalt, der im anvertraut wurde, zu bewahren.“ Im Offensein nehmen und geben, empfangen und schenken, dies sei im Grunde die Gegenhaltung zum Sich-verschließen und Sich-eng-machen, führte der Geistliche weiter aus, der seine Predigt unter den Leitgedanken stellte: „Maria – Kelch des Heiligen Geistes“.
Nahezu 400 Gläubige waren der Einladung des Kolping-Bezirksverbandes Kaiserslautern-Landstuhl gefolgt, um im Geiste Mariens für den Frieden in der Welt und in Europa zu beten. Zahlreiche Banner der Kolpingsfamilien zogen voran zum Altar, gefolgt von den Bannern der Europaunion, der Legio Mariae und den Frauen der Schönstattbewegung. Die polnische Gemeinde trug das Bild ihrer Muttergottes von Tschenstochau in den Altarraum, die portugiesi-sche Gemeinde die mit Blumen geschmückte Statue der Madonna von Fátima.
Der Kelch als offenes Gefäß symbolisiere die Liebe. Die Liebe, mit der man erfüllt werde, sei das Maß. „In dem gefüllten Kelch des Bundes ist dies ganz verdichtet: Jesus, der die Liebe selbst ist und der sich verschenkt. Dies hört sich schön an, war aber für ihn ganz konkret: In der Rettung und Hinwendung zur Ehebrecherin, dem Aufrichten der Kleinen, Hilfsbedürfti-gen, die am Rande oder unten stehen, in den Heilungen am Sabbat …“ Entscheidend sei, sich selbst wie ein Kelch füllen zu lassen. „Sonst habe ich nichts, was ich geben kann.“ Am Ende unseres Lebens, so der Prediger, frage uns Jesus nicht: Was hast Du geschafft, sondern: Wo-von bist du erfüllt?
Maria zeige uns, was es bedeute, offen zu sein. Sie war aber auch bereit, wieder herzugeben und loszulassen. Ihren Sohn konnte sie nicht für sich behalten. „Sie musste aushalten, dass er seinen Weg der Liebe und Hingabe so konsequent ging, dass die Menschen ihn dafür ans Kreuz schlugen. Aber auch die schmerzhaften und bitteren Erfahrungen haben den geöffneten Kelch, der Maria war, nicht verschlossen. Am Pfingsttag war sie wiederum bereit, sich dem Geist zu öffnen und sich von ihm ergreifen zu lassen.“ Sich dem Geist öffnen, heiße aber auch Abenteuer. Um den Geist beten und gleichzeitig hoffen, dass sich nichts verändert, nichts in Brand gerät, das gehe nicht. „Zu sein wie ein offener Kelch ist Wagnis und Abenteuer.“ Maria habe an ihre Grenzen gehen und Schmerz erfahren müssen. Wer sich dem Geist öffne, begebe sich ins Abenteuer des Aufbruchs, der Bewegung, der Veränderung. Der Geist führe uns in die Weite, ins Leben und nie in Enge oder Angst. Abschließend rief Pfarrer Olf die Hörerin-nen und Hörer auf, den Mut zu haben und das Vertrauen, wie Maria ein offener Kelch zu sein, bereit, sich auch auf das Unbekannte einzulassen. „Geben wir Gott die Chance, uns mit sei-nem Geist zu füllen. Geben wir dem Geist die Chance, uns zu zeigen, wie es weitergeht. Hü-ten wir uns davor zu meinen, alles genau zu wissen, was nicht sein darf oder was unbedingt sein muss. Wagen wir es, wie Maria ein offener Kelch zu sein.“
In mehreren europäischen Sprachen, in Portugiesisch, Polnisch, Italienisch, Rumänisch, Französisch, Deutsch und Englisch, wurden Fürbitten um den Frieden in der Welt und die Zukunft Europas vorgetragen. Mit dem eucharistischen Segen endete die Maiandacht.
Unter den Geistlichen am Altar befanden sich neben dem Hauptzelebranten und stellvertretenden Präses des Kolpingwerkes DV Speyer Pfarrer Jörg Stengel, der ehemalige Diözesanpräses Pfarrer Andreas König (Landstuhl), Kooperator Pfarrer Tomy Kakkarriyil (Otterberg), Pfarrer Harald Fleck (Otterberg) und Diakon Claudio Caetano von der portugiesischen Gemeinde. Musikalisch wurde die Andacht vom Kolping-Blasorchester Erfenbach unter der Leitung von Christian Bischoff und den Kirchenchören aus Otterberg und Weilerbach unter der Leitung von Elisa-beth Becker gestaltet. Die Orgel spielte Oliver Schreyer. Die Kollekte in Höhe von 571,95 € wurde für die Restaurierung der Otterberger Marienstatue zur Verfügung gestellt.

Zu den Bildern (Fotos: kolping / brehm):
Bild 1: Pfarrer Martin Olf bei seiner Predigt im Otterberger Dom.
Bild 2: Auszug der Kolpingbanner nach dem Gottesdienst.
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