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Tocantins ein Bundesstaat in Brasilien
Der Staat Tocantins, in einer der ärmsten Regionen des Landes, ist der jüngste Staat Brasiliens. Er wurde erst 1990 gegründet und liegt südlich des Amazonastieflandes, nahezu in der geographischen Mitte des fünftgrößten Landes der Erde. Mit rund 280 000 km² umfasst er etwa dreiviertel der Fläche von Deutschland, hat aber nur knapp sechs Millionen Einwohner
Sein Landschaftsbild ist geprägt  von den weiten Hochebenen des brasilianischen Hochlandes, die nach Norden zum Amazonastiefland allmählich abfallen.

Karte Brasilien
     
Karte von Tocantins         
Vergleich einiger Strukturdaten                        




Der Norden des Landes in dem die beiden Flüsse Rio Araquaia und Rio Tocantins die Grenzen bilden wird wegen seiner Form „Bico do Papagaio" (Papageienschnabel) genannt und ist bereits dem Amazonastiefland zuzurechnen. Wegen seiner Lage knapp südlich des Äquators sind die Temperaturen ganzjährig heiß, im Jahresdurchschnitt über 26 Grad Celsius. Die Tagestemperaturen erreichen oft 40 Grad und die Sonne steht in den Monaten September/Oktober senkrecht.

Wegen der fehlenden Temperaturunterschiede gibt es nur zwei Jahreszeiten, eine Regenzeit und eine Trockenzeit. In der Regenzeit, von Oktober bis April, fallen heftige Niederschläge von bis zu 2000 mm. Zum Vergleich fallen in Deutschland gerade einmal 750 mm Niederschläge im Jahr. Deshalb führen die beiden großen Flüsse auch sehr viel Wasser und sind um ein Vielfaches größer als der Rhein.


Die natürliche Vegetation ist an das wechselfeuchte Klima angepasst. Im Süden bestimmen offene Grasländer, die sogenannten Cerrados, mit wenigen Dornbüschen und Bäumen das Bild der Landschaft.
Nach Norden hin in, Richtung Äquator, den höheren Niederschlägen entsprechend treten Trockenwälder auf mit Übergang zu dichten Regenwäldern.
Leider werden durch Rodungen, oft durch einfaches Abbrennen, die Wälder immer weiter zurückgedrängt um Platz zu schaffen  für die Pflanzungen für die Kleinbauern meist aber für die Weideflächen der Großgrundbesitzer. Die Ureinwohner, verstreut lebende Indianerstämme, wurde auf wenige Reservate zusammengedrängt und müssen um ihren Bestand fürchten.

Die Mehrheit der heutigen Bevölkerung ist eine bunte Mischung aus ehemals portugiesischen Kolonisten, die aus den Städten der Ostküste ins Landesinnere gezogen sind, Goldsuchern und Abenteurern aus aller Herren Länder sowie ehemaligen Sklaven aus Afrika.
Große Teile des Landes sind nur dünn besiedelt. Knapp 50% der Bevölkerung leben in nur 10 Städten, davon allein 240 000 in der rasch wachsenden Stadt Palmas, die erst 1988 als reine Reisbrettstadt mit großzügigen, rechtwinklig sich kreuzenden Straßen, modernen Verwaltungsgebäuden, einer Universität und zahlreichen Grünanlagen gegründet wurde.
Der größere Teil der Bevölkerung lebt in weitverstreuten kleinen Dörfern und einsamen Gehöften, oft noch ohne Stromanschluss und fließendes Wasser. Die hygienischen Verhältnisse sind noch äußerst primitiv, besonders abseits der Erschließungsachsen, denn nur wenige wichtige Straßen sind durchgehend asphaltiert.

Mangelnde Hygiene, häufige Infektionskrankheiten und mangelhafte oder zu teure ärztliche Versorgung  sind Ursache dafür, dass auf dem Land die Lebenserwartung noch sehr niedrig und die Kindersterblichkeit sehr hoch ist
Nur wenige Menschen, besonders auf dem Land, haben ein geregeltes Einkommen. Viele verdienen weniger als 1,- € pro Tag, bei harter Arbeit zum Beispiel als Tagelöhner auf den Facendas der Großgrundbesitzer, als Arbeiter in der Maniokkooperative oder als Fischer.
Wegen des geringen Bildungsniveaus, viele Erwachsene sind Analphabeten, geraten die Menschen schnell in Abhängigkeit und werden rücksichtslos ausgebeutet. Korruption und Repressionen bis hin zu Morden, um an das Land der Kleinbauern zu kommen, sind leider Alltag
Wer eigenes Land hat ernährt seine oft große Familie durch den Anbau von Bohnen, Maniok und anderen tropischen Früchten. Die Frauen sammeln Waldfrüchte, zum Beispiel coco babassu, eine Palmfrucht, aus der sie Öl gewinnen, das sich verkaufen lässt und tragen so zur Ernährung der Familie bei.
Die brasilianische Regierung unterstützt seit einigen Jahren mit dem Transferprogramm „bolsa Familia" die ärmeren Familien finanziell, wenn sie ihre Kinder in die Grundschule schicken. Dieses Programm, bei dem die Eltern je nach Kinderzahl zwischen 50,- und 90,- € pro Monat erhalten, wird aber von den örtlichen Politikern gerne genutzt, um sich bei Wahlen Mehrheiten zu sichern.

 
 
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