Bali - Kolping DV Speyer

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Bali

Mein Workcamp in Bali
Jedes Jahr bietet das Kolpingwerk Deutschland Workcamps in den unterschiedlichsten Teilen der Welt an. Ein Workcamp unterstützt die einheimische Bevölkerung durch die Freiwilligenarbeit junger Erwachsener. Die Art der Freiwilligenarbeit unterscheidet sich in den verschiedenen Ländern, Beispiele hierfür sind: landwirtschaftliches Arbeiten, die Arbeit mit Kindern oder Bedürftigen bzw. Umweltprojekte.
Die Workcamps sind als Gruppenreise gedacht, die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und lernen sich zum größten Teil erst durch das Projekt kennen.
Jede Gruppe reist mit einem Teamleiter, der die Verständigung zwischen dem Kolpingwerk und der Organisation vor Ort gewährleistet und für ein gutes Gruppenklima zuständig ist.
Die durchschnittliche Dauer der Projekte beträgt 4 Wochen. 
(Mein Name ist Pauline Adam und ich bin 20 Jahre alt.)
Nach meinem Abitur wollte ich die Zeit bis zum Beginn des Studiums sinnvoll nutzen, wobei die Workcamps des Kolpingwerks eine sehr gute Idee für meine Vorhaben waren. Die Kombination aus Freiwilligenarbeit und Urlaub gefiel mir sehr gut, aber auch die Reise mit einer Gruppe von Leuten, die ich nicht kannte, hörte sich sehr interessant an.
Ich wählte die indonesische Insel Bali als Projektort des Workcamps, wobei wir eine Woche auf einer Farm und zwei Wochen in Kinderheimen arbeiteten. Die letzte Woche des Aufenthalts stand uns zur freien Verfügung, die wir zum Bereisen der Insel nutzen wollten.
Vier Wochen vor dem Abflug nach Bali fand ein Workshop-Wochenende in Bonn statt, an dem ich die anderen Gruppenmitglieder kennenlernte und wir, als Gruppe, auf den Aufenthalt in Bali vorbereitet wurden. Jeder Mitreisende bereitete zuhause ein kleines Referat über die Insel vor, sodass wir einen groben Überblick über Land und Leute bekommen konnten. Außerdem klärte uns unsere Gruppenleiterin über kulturelle Unterschiede auf.
Am 10. Juli ging unsere Reise am Flughafen in Frankfurt los. Nach einem sehr langen Flug mit Aufenthalt in Bangkok kamen wir erschöpft in Bali an. Am Flughafen in Denpasar, der Hauptstadt der Insel, wurden wir von zwei freundlichen Balinesen begrüßt, die für die Widhya Asih Bali Foundation arbeiteten und uns die erste Woche auf der Farm begleiten würden. 
Diese soziale Organisation betreibt eine Farm im Landesinneren und sechs Kinderheime, die auf der ganzen Insel verteilt sind.
Die erste Nacht verbrachten wir in einem Hotel und am zweiten Tag lernten wir die Farm kennen, auf der wir die nächsten fünf Tage arbeiteten.
Die Farm befand sich in Kedis, eine Stadt im Norden der Insel, umgeben von tropischem Regenwald. Es wurden vor allem Auberginen, Papayas und Nelken angepflanzt.
Zuerst verteilten wir Dünger an die etwa 200 Nelkenbäume, was sich als körperlich schwere Arbeit herausstellte. Die Farm lag an einem Hang und die hohen Temperaturen und extreme Luftfeuchte machten uns zu schaffen.
Die Farmarbeiter halfen uns sehr und verwöhnten uns mit guten Früchten und selbstgekochtem, traditionellem Essen.
Nachdem wir diese Arbeit erfolgreich erledigt hatten, begannen wir mit dem Schreddern von Grünabfällen, die dann zu Dünger weiterverarbeitet wurden. Außerdem halfen wir beim Pflücken von Nelken und dem Entfernen der Stiele, was für das spätere Trocknen der Nelken sehr wichtig ist.
Glücklicherweise hatten wir die Nachmittage frei und konnten uns den Norden der Insel ansehen. Unsere beiden indonesischen Freunde zeigten uns viele interessante Orte, die nur die einheimische Bevölkerung kennt. Wir besuchten Schwimmbäder und eine heiße Quelle.
Da wir die Wochenenden nicht arbeiten mussten, hatten wir die Möglichkeit, den Tempel „Ulun Danu Beratan“ und einen wunderschönen Wasserfall mitten im Regenwald zu besuchen.
Die zweite Woche unserer Reise verbrachten wir im Kinderheim in Blimbingsari, einer Stadt im Norden von Bali. Die Kinder waren zwischen 5 und 15 Jahren alt.
Morgens arbeiteten wir in dem kleinen Garten des Kinderheims und mittags halfen wir den Kindern beim Säubern des Geländes. Danach spielten wir mit den Kindern, malten Bilder oder bastelten Armbänder. Nach dem Abendessen wurden die Hausaufgaben für den nächsten Tag erledigt, wobei wir die Kinder so gut wie möglich unterstützten.
Natürlich gab es große Sprachbarrieren, da keiner aus meiner Gruppe Indonesisch sprechen oder verstehen konnte und die Kinder nur sehr wenig bzw. gar kein Englisch sprachen. Doch die Kinder waren sehr offen und versuchten uns mit Händen und Füßen zu erklären, was sie uns sagen wollten. Die Kinder in Blimbingsari sind den Besuch von „Fremden“ gewohnt, da das Kolpingwerk nicht die einzige Organisation ist, die Freiwilligenarbeit in diesem Heim anbietet.
In der dritten Woche waren wir im Kinderheim in Melaya, dort waren die Jugendlichen zwischen 13 und 20 Jahre alt.
Aufgrund des Alters konnten wir uns mit den Jugendlichen einfacher verständigen und sie auch besser bei den Hausaufgaben unterstützen.
In diesem Kinderheim gab es einen sehr strikten Tagesplan, sodass wenig Zeit für uns blieb, mit den Jugendlichen zu spielen oder uns mit ihnen zu unterhalten. Neben der Schule, den Hausaufgaben und sonstigen Verpflichtungen im Haushalt des Kinderheims hatten die Mädchen Tanzunterricht oder Nähkurse, die Jungen erlernten die traditionellen Instrumente, die Gamelan Instrumente.
Wir halfen nachmittags bei der Gartenarbeit oder beim säubern des Geländes und unterstützten die Jugendlichen bei den Hausaufgaben.
Vormittags besuchten wir unterschiedliche Schulen im Umkreis und erklärten den Schülern deutsche Gewohnheiten und Unterschiede der beiden Kulturen.
Ein ganz besonderes Erlebnis in dieser Woche war eine hinduistische Hochzeit, zu der uns unsere Betreuerin mitnahm. Es war interessant zu sehen, wie sehr sich die christlichen von den hinduistischen Traditionen unterscheiden und welche Rituale bei den Hindus üblich sind.
Die vierte Woche unseres Aufenthalts war unsere Reisewoche. Als Gruppe planten wir die Ziele, die wir gerne besuchen würden und buchten selbst Hotels und kümmerten uns um den Transfer.
Als Reiseziele wählten wir den berühmten Wassertempel „Tanah Lot“ an der Westküste der Insel, die Touristenstadt Ubud im Zentrum und die Stadt Padang Bai an der Ostküste von Bali. Danach entschlossen wir uns mit der Fähre nach Gili Meno überzusetzen, diese kleine Insel liegt zwischen Bali und der westlich gelegenen Nachbarinsel Lombok.
Als letzte Station besuchten wir die Stadt Kuta, da der Flughafen in Denpasar von dort gut zu erreichen ist. Nach vier erlebnis-, und eindrucksreichen Wochen ging es für uns am 6. August wieder zurück nach Deutschland.
Insgesamt war das Workcamp eine sehr interessante Erfahrung. Durch die Freiwilligenarbeit konnten wir die Kultur und die Gewohnheiten der Balinesen kennenlernen und auch verstehen. Auch die Reise in einer Gruppe mit Leuten, die man vorher nicht kannte hat mir sehr gut gefallen, da man neue Freundschaften knüpfen konnte. Alles in allem kann ich die Workcamps nur weiterempfehlen und alle ermutigen, bei den Projekten mitzumachen!
 
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