Kolping & Handwerk - Kolping DV Speyer

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Kolping & Handwerk

2016_verdeckte
Auf den Spuren des Handwerkers und Priesters Adolph Kolping
Präsidentin und Vizepräsident der Handwerkskammer der Pfalz mit Vertretern des Kolpingwerkes in Köln – Kolping und Handwerk gehören zusammen
Köln / Kaiserslautern (15.12.2016 / ko_tb). – Es war eine Begegnung der besonderen Art: Brigitte Mannert, Präsidentin der Handwerkskammer der Pfalz, und ihr Vizepräsident Michael Lehnert besuchten auf Einladung des Kolping-Diözesanverbandes Speyer die Verbandszentrale des Kolpingwerkes Deutschland und historische Orte in Köln, die für den katholischen Verband und für das Handwerk gleichermaßen von Bedeutung sind. Die Einladung hatte Diakon Andreas W. Stellmann (Heßheim), der Diözesanvorsitzende des Speyerer Kolpingwerkes, ausgesprochen als Dank für die gute und fruchtbare Zusammenarbeit beider Organisationen in den zurückliegenden Jahren. Vizepräsident Michael Lehnert ist seit Jahren begeistertes Kolpingmitglied, Präsidentin Mannert hat inzwischen ebenfalls den Weg zur Kolpingsfamilie gefunden.
Pfarrer Adolph Kolping (1813 – 1865), der Gründer des Kolpingverbandes, war selbst Schuhmacher. Als Priester wurde er zum Seelsorger der Handwerksgesellen und zu einem der großen Volkspädagogen Deutschlands. Er war der erste, der sich um die zu seiner Zeit völlig verelendeten Handwerker kümmerte, der sie in Vereinen zusammenführte, in Gesellenhäusern unterrichtete und ihnen berufliche und gesellschaftliche Perspektiven eröffnete. Die „Kolpinghäuser“ waren die ersten Berufsschulen in Deutschland. Adolph Kolping, den die katholische Kirche 1991 seliggesprochen hat, kämpfte für die Würde des arbeitenden Menschen und das Ansehen des ganzen Berufsstandes, des Handwerks. Kammerpräsidentin Mannert sagte vor dem Denkmal des Gesellenvaters auf dem Kolpingplatz vor der Minoritenkirche: „Kolping und Handwerk gehören zusammen.“
Der Besuchsreigen wurde eröffnet im Bundessekretariat des Kolpingwerkes Deutschland in der St. Apern-Straße. Stefan Sorek, Assistent der Geschäftsleitung, begrüßte die „Speyerer“ Gruppe, zu der neben dem Vorsitzenden Andreas Stellmann auch Diözesanpräses Pfarrer Michael Baldauf, der stellv. Diözesanpräses Pfarrer Jörg Stengel und Diözesansekretär Thomas Bettinger gehörten. Er stellte die „Zentrale“ des Verbandes vor und skizzierte ihre Schwerpunkte und Arbeitsfelder. Im Gespräch mit dem Beauftragten für Handwerksarbeit im Bundesvorstand, Reinhard Ockel, und dem hauptamtlichen Referenten für Arbeit und Soziales, Oscar Obarowski, klärten sich gemeinsame Interessen und wichtige Themen künftiger Zusammenarbeit. Die Leistungen des Handwerks und des Kolpingwerks bei der Integration von Flüchtlingen wurde ebenso gewürdigt wie die großen Herausforderungen der digitalen Revolution, Stichwort Handwerk 4.0, in den Blick genommen. Die Gesprächsteilnehmer wollen miteinander im Kontakt bleiben und, wo notwendig und möglich, gemeinsam auftreten und handeln.
Am Nachmittag führte Klaus Terlau vom Kolpingwerk Köln die Pfälzer durch die Innenstadt „auf den Spuren Adolph Kolpings“. Sie gingen durch die Breite Straße, wo einst das erste Gesellenhaus, das Kolping selbst baute, stand. In der Kirche St. Maria in der Kupfergasse hat Kolping oft ganz persönlich gebetet. Die Kirche Sankt Kolumba zählt zu den ersten Kölner Pfarrkirchen. Im 2. Weltkrieg wurde sie zerstört und nicht wiederaufgebaut. Einzig erhalten blieb eine Marienfigur an einem Pfeiler. Um diese »Madonna in den Trümmern« baute der Architekt Dominikus Böhm eine Kapelle. Bereits seit dem Mittelalter gab es eine Schule an der Pfarrkirche. Dort hat am 6. Mai 1849 Adolph Kolping den Kölner Gesellenverein gegründet. In der Schule befanden sich auch die ersten Räumlichkeiten des Vereins. „Hier fing alles an.“
Auf dem Weg zum Kölner Dom, diesem grandiosen Zeugnis handwerklicher Baukunst, kam es zu einer herzlichen Begegnung mit dem neunten Nachfolger Adolph Kolpings, Msgr. Ottmar Dillenburg, der aus der Diözese Trier stammt. Bewegend der Besuch des Kolpinggrabes in der Minoritenkirche, dem Zentrum des Internationalen Kolpingwerkes. Kolping wurde hier zum Priester geweiht und war bis zu seinem Tod Präfekt der Kirche. Ein gemeinsames Gebet zentrierte den Besuch in seinem spirituellen Urgrund. Hier klingt der alte Gruß der Handwerksgesellen vertraut und zeitlos: „Gott segne das ehrbare Handwerk!“
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